Reduzieren zum Aufhören

Die meisten Raucher hören ohne Unterstützung und Hilfsmittel auf zu rauchen. Die Art und Weise wie aufgehört wird, ist sehr individuell und viele machen mehrere Versuche zum Aufhören, wobei bei jedem Versuch oft neue Varianten ausprobiert werden: mit Medikamenten, mit Beratung, mit alternativen Methoden, Schlusspunkt-Methode oder langsames stetiges Reduzieren etc.

Vorgehensweise

Diese Methode eignet sich für Personen, die sich im Moment nicht in der Lage sehen oder nicht willens sind, sofort ganz mit Rauchen aufzuhören. 

Das Ziel bei dieser Methode ist der Rauchstopp. Jedoch, anstatt von einem Tag auf den anderen ganz aufzuhören, wird die Anzahl der Zigaretten nach und nach reduziert. Die sehr kurze Wirkungsdauer des Nikotins bewirkt, dass abhängige Raucher schon nach kurzer Zeit (30 - 40 Minuten) Entzugssymptome verspüren. Wenn also beim reduzierten Rauchen zwischen den Zigaretten lange Pausen entstehen, ist das Reduzieren sehr kraftraubend. Es ist deshalb unbedingt empfohlen, zwischen den Zigaretten kurz wirkende Nikotinprodukte zu benützen (z.B. einen Kaugummi, ein Microtab, eine Lutschtablette oder den Inhaler), um so die Zeit zwischen den verbleibenden Zigaretten möglichst ohne Entzugssymptome zu überbrücken. Die Dauer von der Reduktion bis zum Rauchstopp sollte 6 Monate nicht überschreiten.

  • Das Rauchverhalten analysieren
  • Unwichtige Zigaretten weglassen
  • In Pausen von mehr als 1 - 2 Stunden ausgelassene Zigaretten durch Nikotinprodukte ersetzen
  • Die Menge der Zigarette weiter reduzieren – gleichzeitig Menge der Nikotinprodukte erhöhen. 
  • Nicht unter 5 Zigaretten am Tag gehen, da sonst die verbleibenden Zigaretten zu viel Bedeutung erhalten.
  • Zwischen 6 Wochen und 6 Monaten das Rauchen vollständig aufgeben. Nikotinprodukte immer dann nehmen, wenn Rauchverlangen verspürt wird.
  • Ziel: In 6 Monaten (bei gutem Verlauf sogar früher) völlig rauchfrei zu sein.

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Vorteile

Diese Methode erlaubt es, in kleinen Schritten voranzugehen. Man kann ausprobieren, wie es sich in gewissen Situationen anfühlt, ohne Zigarette auszukommen. Es kann die Angst nehmen vor dem "nie mehr eine Zigarette" -Gedanken. Nach ein paar Monaten erscheint dann der Entscheid, mit Rauchen aufzuhören weniger abschreckend. Studien haben gezeigt, dass dieses Vorgehen die Motivation zum Rauchstopp nicht unterminiert und das Gefühl der Selbstwirksamkeit steigt. Raucher, die willens sind, mit Hilfe von Nikotinprodukten den Konsum zu reduzieren, hören später mit höherer Wahrscheinlichkeit auf (als solche, die ohne Nikotinprodukte reduziert haben).

Nachteile

Einzelne Zigaretten können mit dieser Methode sehr wichtig werden und das Gefühl von  "Genuss" überhöhen. 
Wenn zwischen den einzelnen Zigaretten zu lange Abstände sind, bzw. zu wenige Nikotinprodukte eingesetzt werden, machen sich Entzugssymptome bemerkbar: Nervosität, Unruhe, ein Gefühl von Stress. Damit kann diese Methode ziemlich energieraubend sein. Der Gedanke an die nächste Zigarette wird beherrschend.
Es besteht die Gefahr, die Kontrolle über das reduzierte Rauchen zu verlieren. Die meisten starken Raucher hegen die Hoffnung, reduziert weiter rauchen zu können, so wie es viele Gelegenheitsraucher tun. Die Natur der Nikotinabhängigkeit erschwert aber ein solch kontrolliertes Rauchen über längere Zeit – nach einem Jahr ist man in aller Regel wieder beim alten Konsumverhalten. Das Ziel muss der Rauchstopp bleiben.

Schlusspunkt oder Reduzieren zum Aufhören?

Man kann entweder von einem Tag auf den anderen mit Rauchen aufhören oder aber langsam reduzieren. Beide Methoden können Erfolg haben.

Referenzen

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Rezaishiraz H et al. Treating Smokers Before the Quit Date: Can Nicotine Patches and Denicotinized Cigarettes Reduce Cravings? Nicotine Tob Res, November 2007; 9: 1139 - 1146.

Meyer C et al. Subtyping general population smokers not intending to quit by stages to reduce smoking. Nicotine Tob Res, December 2004; 6: 1043 - 1050.

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