Passivrauchen

Passivrauch ist die Inhalation von Tabakrauch aus der Umgebungsluft. Tabakrauch ist mit Abstand der bedeutendste und gefährlichste vermeidbare Innenraumschadstoff und die führende Ursache von Luftverschmutzung in Innenräumen, in denen geraucht wird. Viele wissenschaftliche Studien haben die Schädlichkeit des Passivrauchs erwiesen.

Entstehung und Zusammensetzung des Passivrauchs

Der Raucher atmet ein Viertel des gesamten Rauches einer Zigarette, den sog. Hauptstromrauch ein und zu einem grossen Teil wieder aus. Drei Viertel (Nebenstromrauch) verglimmen und werden an die Raumluft abgegeben. Das Einatmen von Tabakrauch aus der Raumluft wird als Passivrauchen bezeichnet. Nebenstromrauch enthält mindestens genauso viele Schadstoffe wie der Hauptstromrauch. Manche Gifte (z.B. Nitrosamine, Stickoxide und Formaldehyd) entstehen durch das langsamere Verglimmen im Nebenstromrauch sogar in höherer Dosierung.

Krankheiten des Passivrauchers

Nicht nur das aktive Zigarettenrauchen, sondern auch beim kontinuierlichen Passivrauchen sind pathophysiologische Veränderungen nachgewiesen worden. Passivraucher erleiden – wenn auch in geringerem Ausmass und in geringerer Häufigkeit – die gleichen akuten und chronischen Erkrankungen wie Raucher:
-    Augenbrennen und –tränen
-    Schwellungen und  Rötungen der Schleimhäute
-    vermehrte Infektanfälligkeit
-    Neben Reizungen des Atemtrakts können Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Atemlosigkeit und Müdigkeit auftreten

Eine ursächliche Beziehung zwischen Passivrauchen und einer Reihe weiterer Krankheiten und Todesursachen ist zudem nachgewiesen für
-    Lungenkrebs
-    Arteriosklerose
-    Angina pectoris
-    Schlaganfälle
-    akute und chronische Herzkrankheiten einschliesslich Herzinfarkt
-    akute und chronische respiratorische Symptome
-    stärker ausgeprägte und häufigere Asthmaanfälle

Wer Tabakrauch ausgesetzt ist, hat ein um 20-30% erhöhtes Risiko für Lungenkrebs und ein um 25-30% erhöhtes Risiko, an koronarer Herzkrankheit zu erkranken.

Rauchende Eltern

Jugendliche und junge Erwachsene haben die längste Passivrauchexposition: Von den 14-19-jährigen sind 42%, von den 20-24-jährigen sogar 65% mindestens eine Stunde pro Tag dem Tabakrauch ausgesetzt. Das Risiko, dass Kinder von rauchenden Eltern selber auch regelmässig rauchen werden, ist doppelt so hoch wie bei Kindern aus rauchfreiem Elternhaus.

Kinder, die in einem Raucherhaushalt aufwachsen, sind die frühesten Opfer des Passivrauchens. Sie leiden in den ersten Lebensjahren öfter an Atembeschwerden. Dabei konnte bei Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 16 Jahren, die regelmässig Tabakrauch einatmen, verschiedene Reizformen der Atemwege beobachtet werden: Husten, Auswurf, erschwerte Atmung und pfeifendes Atmen. Diese Kinder und Jugendlichen leiden ebenfalls häufiger an Ohrenentzündung und Angina. Weiter haben Kleinkinder, die dem Passivrauchen ausgesetzt sind:
-    Kleineres Geburtsgewicht / Wachstumsverzögerung;
-    Kleinere, nicht wieder herzustellende Lungenfunktion;
-    Erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen und Allergien.

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Referenzen

Heidrich J. et al. Mortality and morbidity from coronary heart disease attributable to passive smoking. Eur Heart J 2007; 28(20): 2498-2502

King A, de Wit H, Riley RC, et al. Efficacy of naltrexone in smoking cessation: a preliminary study and an examination of sex differences. Nicotine Tob Res 2006;8:671-82.

Keller R, Radtke T, Krebs H, Hornung R. Passivrauchen in der Schweizer Bevölkerung 2006-Zusammenfassung des Passivrauchberichts 2007. www.tabakmonitoring.ch