Kohlenmonoxid

Herkunft und Chemie

Kohlenmonoxid (CO) ist ein unsichtbares, geruchloses Gas, das bei unvollständiger Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen entsteht. Es ist also nicht nur im Tabakrauch enthalten, sondern entsteht im Allgemeinen bei Verbrennungen. Es ist auch stets in unserer Umgebungsluft enthalten (durch Abgase, von Autos und Heizungen etc.).

Wirkung

Kohlenmonoxid (CO) wird mit dem Tabakrauch in relativ grosser Menge eingeatmet. CO bindet etwa 325-mal stärker an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin als Sauerstoff und vermindert so die Aufnahmefähigkeit von Sauerstoff. Die Folge ist eine Minderversorgung der Organe mit Sauerstoff. Die Bindung des CO an das Hämoglobin ist reversibel, d.h. das eingeatmete CO wird bei Aufenthalt in CO-freier Luft innerhalb von 10 bis 12 Stunden grösstenteils wieder abgeatmet. Nach höchstens 24 Stunden wird der Wert eines Nichtrauchers erreicht, der in der gleichen Umgebung lebt.

Der COHb-Anteil im Blut der Gewohnheitsraucher ist am Tag ständig erhöht, denn die Phasen zwischen dem Rauchen sind für eine vollständige Abatmung zu kurz. Bei COHb-Konzentrationen von 6 % (was bei Gewohnheitsrauchern einem Durchschnittswert entspricht) treten unter Ergometerbelastung am koronar vorgeschädigten Herzen verstärkt Arrhythmien auf. Konzentrationen von nur 2 % führen schon zu einer deutlichen Senkung der ST-Strecke. Die Häufigkeit von Angina-pectoris ist signifikant erhöht.

Bei Schwangeren ist das CO von besonderer Bedeutung, denn der CO-bedingte Sauerstoffmangel beeinträchtigt die Entwicklung des Fötus. CO wird vom Fötus nur sehr langsam abgebaut. So ist das COHb des Fötus auch bei Schwangeren, die wenig rauchen, ständig erhöht.

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Referenzen

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