Geschichte

Die Tabakpflanze kommt ursprünglich vom südamerikanischen Kontinent, wo sie gekaut, geschnupft und auch schon geraucht wurde, auch im Zusammenhang mit Zeremonien. Tabak hat also eine lange Tradition und als Kulturpflanze und Genussmittel eine spannende Geschichte.

Einführung des Tabaks und der Zigarette in Europa

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts brachten spanische Eroberer die Tabakpflanze aus Südamerika nach Südeuropa. Jean Nicot, der französische Botschafter am portugiesischen Hof, führte die Pflanze in Frankreich ein. Ihm zu Ehren erhielt sie den botanischen Namen "Nicotiana tabacum" und nach Nicot wurde im 18. Jahrhundert der wichtigste, chemisch isolierte Wirkstoff der Tabakpflanze mit "Nikotin" bezeichnet. Das Tabakrauchen verbreitete sich in Europa sehr rasch. In der Schweiz waren es die aus dem dreissigjährigen Krieg heimkehrenden Soldaten, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts das Rauchen in unser Land brachten. Kauen, Schnupfen und Pfeifenrauchen waren die dominierenden Konsumformen bis ins 19. Jahrhundert, als sich das Tabakrauchen modernisierte. Im ersten Krimkrieg (1853-1856) rauchten die mit den Osmanen verbündeten englischen und französischen Soldaten Tabak in Zeitungspapier eingewickelt. Kurz darauf, im Jahre 1867, wurde die Zigarettenmaschine erfunden.

In fast allen Ländern gab es Verbote gegen das Rauchen, z.T. mit drastischen Strafen. Die Regierenden und Händler erkannten jedoch bald, dass sich mit dem Tabakhandel enorme Geldmengen für den Staatshaushalt und Gewinne erzielen liessen. So wurden die anfänglichen Verbote bald durch eine gezielte Steuerpolitik ersetzt.

Auch bei uns versuchten verschiedene Kantone dem Tabak mit Verboten entgegenzutreten. Bereits im Jahre 1719 wurden die kaum befolgten Verbote wieder aufgehoben. Der Tabakanbau wurde gefördert und geschützt, die Tabakprodukte hingegen einer Steuer unterstellt. Im 18. Jahrhundert konnte sich das Rauchen in der Schweiz definitiv etablieren.

Neuerungen auf dem Tabakwarenmarkt, die Zigarren und besonders die Zigaretten, führten zu neuen Gebrauchsmustern des Tabaks und zu einer "Veralltäglichung" des Rauchens. Die leicht zugängliche und schnell konsumierbare Zigarette setzte sich bei erwachsenen Männern als relativ billiges Genussmittel am Anfang des 20. Jahrhunderts, rasch durch, insbesondere während und nach dem 2. Weltkrieg. Wenig später griffen auch immer mehr Frauen und Jugendliche – angespornt durch die Werbung der boomenden Zigarettenindustrie – nach der Zigarette.

Gegenbewegung und Tabakprävention

Erst vor 40 Jahren geriet die gesellschaftliche Norm des Rauchens ins Wanken, als sich das medizinische Wissen über die Schädlichkeit des Tabakkonsums durchzusetzen begann. Besonders die aus den Vereinigten Staaten stammenden Erkenntnisse des erhöhten Lungenkrebsrisikos (Terry Report 1964) und anderer Gesundheitsschädigungen (insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen) durch Zigarettenkonsum lösten auch in Europa langsam ein Problembewusstsein und einen Rückgang des Rauchens in bestimmten Bevölkerungsgruppen aus.

Die Tabakbranche reagierte jedoch rasch und schaffte es noch während Jahrzehnten, Zweifel an den wissenschaftlichen Studien zu schüren. Mit fast perfide zu nennenden Werbestrategien wurde das Image der Zigarette als Genussmittel weiter aufrecht gehalten. Die Einführung von Filter- und Leichtzigaretten sollte zudem dem Konsumenten suggerieren, er könne rauchen, ohne dabei seine Gesundheit zu gefährden.

Heute wird die Zigarette vorwiegend als Suchtmittel betrachtet und die Schädlichkeit und das Abhängigkeitspotenzial nicht mehr in Frage gestellt. Durch neue Studien zu den schädigenden Wirkungen des Passivrauchs auf Nichtraucher hat die Tabakprävention an Momentum gewonnen und das Rauchen sowohl international als auch in der Schweiz zu einem wichtigen politischen Thema gemacht. Zur Jahrtausendwende sind um die 8300 Tabaktote und 10 Milliarden Franken soziale Kosten in der Schweiz jährlich gewichtige Argumente, um den Tabakkonsum zu regulieren.

Die von der WHO ausgearbeitet und von 164 Ländern ratifizierte Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle ist ein Meilenstein in der weltweiten Tabakpräventionspolitik. Sie ist 2005 in Kraft getreten. Die Schweiz hat die Rahmenkonvention signiert und steht noch im Prozess der Ratifizierung. Im Jahr 2001 haben die Bundesbehörden ein umfassendes nationales Programm zur Tabakprävention ausgearbeitet und diverse Massnahmen zu dessen Finanzierung ergriffen.

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Referenzen

sfa, Schweiz. Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenproblem, www.sfa-ispa.ch

Framework Convention on Tobacco Control. www.fctc.org

www.bag.admin.ch

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